


Wie nachhaltig sind die "Magic Moments"?
Sensationeller Sieg gegen Russland - ein „Wintermärchen“ mit Happy End.
Mir geht es dieser Tage nicht anders als vielen österreichischen Sportfans.
Bis vor zwei Wochen maximal am Rande am Handball interessiert, inzwischen begeistert von der Gänsehaut-Performance des ÖHB-Teams bei der Heim-EM.
Unglaublich, mit welchem Einsatz und Herz sich Kapitän Viktor Szilagyi und seine Kollegen in Sphären gefightet haben, von denen vor nicht allzu langer Zeit nicht einmal eingefleischte Handball-Anhänger zu träumen wagten.
Unglaublich, wie charismatisch der junge Teamchef Dagur Sigurdsson agiert. Ein echter Typ, der Emotion und Fachwissen gleichzeitig transportiert.
Unglaublich, wie Namen wie Robert Weber, Roland Schlinger, Thomas Bauer oder Patrick Fölser plötzlich auch abseits der kleinen Handball-Szene bekannt sind.
Kurzum: Dieses Team hat vieles richtig gemacht.
Eine alles andere als unwichtige Frage lautet jedoch: Wie groß ist die Nachhaltigkeit dieser Heim-EM?
Wie viel sind die „Magic Moments“ des Monats Jänner in ein oder zwei Jahren wert?
Läuft es ähnlich wie in Deutschland, wo spätestens der Triumph bei der Heim-WM 2007 dem Sport Handball auf eine viel größere Bühne verhalf, wo dauerhafteres Interesse generiert wurde.
Die Antwort ist eng an die weitere sportliche Entwicklung geknüpft. Ein einmaliger „Ausrutscher“ nach oben ist wohl zu wenig.
Ein Blick zu den Fußball-Kollegen zeigt: Eine Europhorie kann schnell verpuffen, die Nachhaltigkeit war überschaubar.
Einen Effekt hatte die Heim-EURO 2008 jedoch schon: So reich mit hoffnungsvollen Talenten gesegnet wie derzeit, war der ÖFB schon lange nicht mehr.
Vielleicht hat das Auftreten unserer Handballer ja den einen oder anderen animiert, sich in diesem actionreichen Sport zu versuchen, was die Basis einer konstant erfolgreicheren Zukunft sein könnte.
Das wäre nämlich das wahre Happy End dieses „Wintermärchens“...












