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11.03.2010, 11:05 Uhr

Walchhofer verpasst kleine Kugel

Michael Walchhofer muss im letzten Rennen die Super-G-Kristallkugel abgeben

Garmisch-Partenkirchen - Michael Walchhofer hat am Donnerstag in Garmisch-Partenkirchen den Kampf um den Super-G-Weltcup um 15 Punkte bzw. 0,31 Sekunden verloren.

Der Salzburger kam beim Weltcup-Finale nicht über Rang 15 hinaus und wurde noch von Erik Guay abgefangen.

Der 28-jährige Kanadier gewann im bayrischen Schneetreiben und bei Nebel sein drittes Weltcup-Rennen und eroberte damit seine erste Kristallkugel.

Raich macht Boden gut

Im Gesamt-Weltcup hat Benjamin Raich seine Ausgangslage im Duell mit Carlo Janka leicht verbessert.

Raich landete unmittelbar hinter seinen Teamkollegen Hannes Reichelt (Vierter) und Georg Streitberger (Fünfter) auf Rang sechs, Janka wurde Elfter.


Damit führt der Schweizer zwei Rennen vor Schluss (am Freitag Riesentorlauf, am Samstag Slalom) 38 Punkte vor dem Tiroler.

Letzte Konsequent fehlt

"Das war bezeichnend für die gesamte Saison", bilanzierte Walchhofer, der im aktuellen Winter ohne Kristallkugel und vor allem ohne die heiß ersehnte Olympia-Medaille geblieben ist.

"Ich bin im Mittelteil zu rund gefahren und habe dadurch viel Zeit liegengelassen. Dabei wollte ich eigentlich nicht taktieren, sondern ganz vorne mitfahren."

"Im entscheidenden Moment habe ich aber wieder nicht voll durchgezogen", meinte der 34-Jährige über das "vermasselte" Rennen.

Signal für nächste Saison

Das Happy End hat für Walchhofer zwar gefehlt, aber von einer schlechten Saison wollte er dennoch nicht reden.

Immerhin hat Walchhofer den Super G in Val d'Isere gewonnen, hat drei weitere Podestplätze und insgesamt 594 Weltcup-Punkte erobert.

"Auf dem kann ich aufbauen", meinte Walchhofer und machte damit neuerlich klar, dass er mit höchster Wahrscheinlichkeit auch den WM-Winter 2010/11 bestreiten wird.

Das bestimmte Kribbeln

"Ich denke schon, dass ich nächste Saison fahren werde. Im Moment bin ich zwar froh, dass es vorbei ist, aber spätestens im Mai wird das Kribbeln wieder kommen", so der Hotelier aus Zauchensee, dem am Donnerstag auch die nach Garmisch gereiste Gattin samt der drei Kinder kein Glück gebracht haben.

Eine Entscheidung des Familienrats ist die Karrierefortsetzung aber nicht. "Ich muss selbst wissen, ob ich schon abgeschlossen habe. Und derzeit schaut es so aus, als hätte ich noch nicht abgeschlossen."

Rückendeckung für Trainer

Bei der Vorbereitung auf den kommenden Winter will Walchhofer im Sommer das Skitraining ein wenig zurückdrosseln, "ich muss nicht schon in Lake Louise in Hochform sein".

Gleichzeitig gab Walchhofer ein klares Bekenntnis zum aktuellen Trainerstab der ÖSV-Herren ab.

"Ich brauche keine personellen Veränderungen, das ist nicht notwendig. Ich bin mir sicher, dass wir nächste Saison anders abschneiden werden."

Verdienter Sieger

Einen wahren Husarenritt hat am Donnerstag der Kanadier Guay hingelegt. Der verdiente Lohn war Platz eins in Rennen und Super-G-Weltcup.

Guay fuhr die Trophäe mit der typischen Lockerheit der nordamerikanischen Alpinen ein.

"Ich habe nicht mehr mit der Kugel gerechnet. Ich habe nur gewusst, dass ich noch eine kleine Chance habe. Umso mehr freue ich mich, dass es doch noch geklappt hat."

Quelle: APA